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Demenz im Alltag: Praktische Tipps für pflegende Angehörige

von Stefanie Nosko-Klitsch

Eine Demenz verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das ihrer Angehörigen. Vertraute Abläufe geraten durcheinander, die Kommunikation wird schwieriger, und der Alltag verlangt viel Geduld. Mit den richtigen Strategien lässt sich vieles erleichtern – und Ergotherapie kann Betroffene wie Angehörige spürbar entlasten.

Was Menschen mit Demenz brauchen

Auch wenn das Gedächtnis nachlässt: Gefühle, Vertrautheit und Würde bleiben zentral. Menschen mit Demenz profitieren von:

  • Klarer Struktur und wiederkehrenden Abläufen.
  • Vertrauter Umgebung mit möglichst wenig Veränderung.
  • Aktivitäten, die Freude machen und an Bekanntes anknüpfen.
  • Ruhe und Geduld statt Zeitdruck.

Tipps für die Kommunikation

Gespräche gelingen leichter, wenn Sie einige Dinge beachten:

  • Einfach und kurz sprechen, eine Frage nach der anderen.
  • Blickkontakt halten und ruhig sprechen.
  • Nicht korrigieren oder diskutieren – Gefühle ernst nehmen ist wichtiger als Fakten.
  • Ja/Nein-Fragen statt offener Fragen stellen.
  • Auf Körpersprache achten – ein Lächeln und eine ruhige Stimme wirken oft mehr als Worte.

Struktur und Aktivierung im Alltag

Ein gut gestalteter Tag gibt Sicherheit und erhält Fähigkeiten:

  • Feste Rhythmen: gleiche Zeiten für Aufstehen, Essen und Ruhe.
  • Vertraute Tätigkeiten: Wäsche zusammenlegen, Gemüse schälen, Tisch decken – Beteiligung schafft Sinn und Selbstwert.
  • Erinnerungshilfen: Kalender, Beschriftungen, Fotos.
  • Sinnesanregung: Musik von früher, Spaziergänge, vertraute Gerüche und Bilder aktivieren Erinnerungen.
  • Überforderung vermeiden: Aufgaben in kleine, machbare Schritte teilen.

Wie Ergotherapie unterstützt

Ergotherapie setzt bei den erhaltenen Fähigkeiten an – nicht bei den Defiziten. Wir helfen dabei,

  • Alltagstätigkeiten so lange wie möglich selbstständig zu erhalten,
  • den Tag sinnvoll und aktivierend zu gestalten,
  • das Zuhause sicher und übersichtlich einzurichten,
  • und Angehörige praktisch anzuleiten und zu entlasten.

Ziel ist immer möglichst viel Lebensqualität und Teilhabe – für die betroffene Person und ihr Umfeld.

Denken Sie auch an sich selbst

Pflegende Angehörige geben viel. Damit Ihre Kraft reicht, ist Ihre eigene Entlastung genauso wichtig:

  • Nehmen Sie Unterstützungsangebote an und scheuen Sie sich nicht, um Hilfe zu bitten.
  • Planen Sie bewusst Pausen und Auszeiten ein.
  • Tauschen Sie sich in Angehörigengruppen aus – der Austausch tut gut.

Wenn Sie sich Beratung und praktische Anleitung wünschen, sind wir für Sie da – in unseren Praxen für Ergotherapie in Fürstenzell, Pocking, Bad Füssing und Passau. Fordern Sie einen kostenlosen Rückruf an, wir melden uns innerhalb von 72 Stunden.

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