Zum Hauptinhalt springen

Parkinson und Ergotherapie: Mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag

von Stefanie Nosko-Klitsch

Die Parkinson-Erkrankung betrifft Bewegungen, die früher automatisch abliefen: gehen, greifen, schreiben, sich umdrehen. Zittern, Steifigkeit und verlangsamte Bewegungen machen den Alltag anstrengend. Ergotherapie bei Parkinson hilft dabei, so lange wie möglich selbstständig, sicher und aktiv zu bleiben – mit gezieltem Training und klugen Alltagsstrategien.

Wie sich Parkinson im Alltag zeigt

Typische Beschwerden, die die Selbstständigkeit einschränken, sind:

  • Feinmotorik: Knöpfe schließen, essen oder schreiben (oft sehr klein – „Mikrografie”) fällt schwer.
  • Bewegungsblockaden (Freezing): Plötzliches „Einfrieren”, besonders in Türrahmen oder beim Losgehen.
  • Gang- und Gleichgewicht: kleine Schritte, Unsicherheit, erhöhtes Sturzrisiko.
  • Verlangsamung: Alltagstätigkeiten dauern länger und kosten Kraft.

Wie Ergotherapie unterstützt

In der Ergotherapie arbeiten wir alltagsnah und individuell. Bewährte Ansätze sind:

Feinmotorik und Handfunktion

Gezieltes Training erhält Beweglichkeit und Geschicklichkeit der Hände – für Essen, Ankleiden und Schreiben. Bei der Handschrift helfen bewusst große Bewegungen und Rhythmus.

Bewegungsstrategien und „Cueing”

Bei Bewegungsblockaden helfen äußere Reize (Cues): ein Rhythmus zum Losgehen, ein Zählen im Kopf oder Markierungen am Boden. Diese Strategien überbrücken das „Freezing” und machen Bewegungen wieder planbar.

Sicherheit zu Hause

Wir beraten zu Hilfsmitteln und kleinen Anpassungen in der Wohnung, die Stürze vermeiden und Tätigkeiten erleichtern – von Griffen bis zu rutschfesten Unterlagen.

Energie einteilen

Weil vieles mehr Kraft kostet, üben wir, den Tag klug zu planen: wichtige Tätigkeiten in energiereiche Phasen legen, Pausen bewusst einbauen.

Alltagstipps bei Parkinson

  • Rhythmus nutzen: Musik oder lautes Zählen kann das Gehen und Aufstehen erleichtern.
  • Große Bewegungen bewusst machen: Bewusst „groß” gehen und greifen wirkt der Verlangsamung entgegen.
  • Eins nach dem anderen: Nicht sprechen und gehen gleichzeitig – Tätigkeiten trennen erhöht die Sicherheit.
  • Aufstehen in Schritten: Nach vorne rutschen, Füße zurück, mit Schwung aufstehen.
  • In Ruhe umdrehen: Beim Drehen einen kleinen Bogen gehen statt auf der Stelle.
  • Aktiv bleiben: Regelmäßige Bewegung erhält Fähigkeiten länger.

Angehörige einbeziehen

Parkinson betrifft die ganze Familie. Wir zeigen Angehörigen, wie sie unterstützen können, ohne zu viel abzunehmen – denn Selbstständigkeit zu erhalten ist ein wichtiges Ziel. Geduld und feste Abläufe geben dabei Sicherheit.

Ergotherapie ersetzt keine ärztliche Behandlung, ergänzt sie aber wertvoll und wird ärztlich verordnet. In unserer Praxis in Bad Füssing begleiten wir seit vielen Jahren Menschen mit Parkinson – ebenso in unseren Praxen für Ergotherapie in Pocking, Passau und Fürstenzell. Fordern Sie einen kostenlosen Rückruf an, wir melden uns innerhalb von 72 Stunden.

Das könnte für Sie passen:

Machen wir den ersten Schritt gemeinsam

Frag dir direkt deinen Wunschtermin an – wir melden uns bei dir.